Die SPD im Landkreis Nordsachsen

Landkreis-SPD fordert Tele-Notarzt

Landespolitik

LVZ 8.7.2021

Nordsachsen. Die nordsächsischen SPD-Genossen haben sich auf dem Landesparteitag der Sozialdemokraten für Verbesserungen im Rettungsdienst stark gemacht. Das berichtete nun Heiko Wittig, SPD-Fraktionschef im Kreistag. Das Thema sei „eines unserer zentralen Themen im Landkreis, denn nach wie vor sehen wir den Schutz von Menschenleben als eine unserer wichtigsten Aufgaben in der Kommunalpolitik“. In einem Antrag sei die Landesregierung aufgefordert worden, gemeinsam mit Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung, Kommunen und Sächsischer Landesärztekammer ein Tele-Notarzt-System im Land Sachsen einzuführen, welches das bestehende Notarzt-System ergänzt.

Gerade in Nordsachsen komme es aufgrund der großen Fläche öfter vor, dass der Rettungswagen bereits vor Ort ist, aber der Notarzt erst später erscheint, so Wittig. Der Notarzt habe aber höhere Berechtigungen für Arzneimittel und könne mit seiner höherwertigeren Ausbildung das Rettungsdienstfachpersonal besser unterstützen und den Patienten versorgen. Wittig: „Ein Tele-Notarzt wird nach Genehmigung durch die zu versorgende Person per Videokommunikation einer Körperkamera zum Einsatzpersonal vor Ort hinzugeschaltet. Im Rettungswagen kann er durch entsprechende Ausstattung weitere Informationen zum Patienten erhalten. Der Tele-Notarzt übergibt seine Arbeit, sobald ein Notarzt eingetroffen ist.“

Die nordsächsischen Delegierten plädierten beim Parteitag zudem für weitere Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs. „Leere große Busse, die stündlich auf bestimmten Linien verkehren, müssen der Vergangenheit angehören. Dafür benötigen wir gerade in der ländlichen Region mehr flexible Modelle wie Ruf- oder Bürgerbusse“, so Wittig.

Außerdem haben die nordsächsischen Delegierten auf die Schieflage der Finanzierung zwischen Stadt und Land aufmerksam gemacht. „Gerade der Landkreis Nordsachsen ist ohne zusätzliche finanzielle Unterstützung des Freistaates nicht überlebensfähig. Die erst vor wenigen Tagen verhangene Haushaltssperre im Landkreis ist ein erneutes Warnsignal“, so der Landtagsabgeordnete Volkmar Winkler. Deshalb sei eine Reform der Schuldenbremse in der Landesverfassung unabdingbar. „Ansonsten droht eine massive Kürzungspolitik, die einen sozialen Kahlschlag bedeuten würde und jede Form von Zukunftsinvestitionen unmöglich machen würde.“

 
 

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