Die SPD im Landkreis Nordsachsen

Erfolg im Kreistag Nordsachsen

Kommunales

Verbesserungen für Rettungsdienst in Nordsachsen

 

TZ 7.12.2019

 

Die Einhaltung der Hilfsfristen in Nordsachsen statistisch aufgearbeitet.Foto: Grafik: LRA Nordsachsen

Torgau. Die Rettungswache Trossin wird auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt und in Torgau wird ein zusätzlicher Rettungswagen stationiert. Warum der Kreistag das beschlossen hat:

Die Rettungswache Trossin wird ab 1. Mai 2020 auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt und in Torgau wird ab dem zweiten Halbjahr 2020 ein zusätzlicher Rettungstransportwagen stationiert. Das sind zwei der Maßnahmen, die der Kreistag am Mittwoch mit dem neuen Rettungsdienst-Bereichsplan verabschiedet hat.

Die Änderungen sind Konsequenen aus einem Sachverständigengutachten, das die Kreisverwaltung in Auftrag gegeben hatte. Alle Rettungswachen und die im Kreis stationierten Rettungs- und Krankentransportwagen wurden daraufhin überprüft.

Die Anzahl der nordsächsischen Rettungswachen reicht demnach aus. Zumindest planerisch ist von ihren Standorten aus jeder Teil des Landkreises in der vorgeschriebenen Hilfsfrist von zwölf Minuten zu erreichen. Nur die Dienstzeiten werden hier hochgefahren. Neben Trossin ist auch die Wache in Zwochau ab Mai 2020 24 Stunden im Dienst.

Die Zahl der Fahrzeuge im Landkreis wird aufgestockt. Neben dem zusätzlichen Torgauer Rettungstransportwagen bekommt auch die Wache in Delitzsch ein neues Fahrzeug. Damit soll, so das Kalkül, die Rettungswache in Krostitz entlastet werden. Die gehört eigentlich zum Bereich Eilenburg, muss mit ihrem Fahrzeug jedoch oft im Bereich der Delitzscher Wache aushelfen, wenn das dortige Fahrzeug zum Einsatz ist. Duplizität nennt das der 2. Beigeordnete des Landkreises, Jens Kabisch, der die Änderungen vorstellte.

Torgau über dem Schnitt

Auf diese Weise soll auch die Statistik der eingehaltenen Rettungsfristen verbessert werden. Denn immer wenn ein Fahrzeug außerhalb des Bereichs der eigenen Rettungswache unterwegs ist, sinkt die Wahrscheinlichkeit, innerhalb der Rettungsfrist ans Ziel zu kommen. Innerhalb des Landkreises bewegt sich der Rettungswachenbereich Eilenburg ganz am Ende dieser Statistik.

Nur in 58,23 Prozent aller Einsatzfälle erreichten die Wagen aus dem Bereich ihren Einsatzort in der vorgegebenen Zeit. Der nordsächsische Durchschnitt liegt aktuell bei 73 Prozent. Mit 76,56 Prozent liegt der Bereich Torgau über dem Schnitt, am häufigsten hält der Bereich Schkeuditz mit 81,65 Prozent die Frist ein.

Politische Zielvorgabe sei es, so Jens Kabisch, dass die Hilfsfrist in 95 Prozent aller Einsätze erreicht werden soll. Davon ist der Kreis in diesen Tagen also noch ein gutes Stück entfernt. Die Rettungsleitstelle in Delitzsch hatte hier bessere Werte vorzuweisen, so Kabisch, der aber auch statistische Effekte dafür anführte. Der Beigeordnete kündigte an, dass es noch viele Stellschrauben gebe, an denen für Verbesserungen gedreht werden könne.

Landkreis hat reagiert

Heiko Wittig, dessen SPD/Grüne-Fraktion in den zurückliegenden Monaten sehr hartnäckig das Thema Rettungsdienst bearbeitet hatte, zeigte sich am Mittwoch positiv gestimmt: „Auch wenn Verwaltungsmühlen nicht in Windeseile arbeiten und die Kritiken am Rettungsdienst, vor allem an der mangelhaften Einhaltung der Hilfsfristen, schon seit einiger Zeit immer wieder laut werden, so können sich die Leitenden Notärzte und Kreisräte, die sich seit geraumer Zeit um Verbesserungen bemühen, nun über erste Erfolge freuen.“

Zwar habe eine Petition an den Sächsischen Landtag nicht die erhofften Antworten gebracht, doch der Träger des Rettungsdienstes vor Ort, die Landkreisverwaltung Nordsachsen habe reagiert.

„Die im neuen Bereichsplan genannten Maßnahmen wie zum Beispiel die Erhöhung der Anzahl an Rettungswagen oder die Erhöhung der Vorhaltung der Rettungswagen von 12 auf 24 Stunden an verschiedenen ländlichen Standorten wird zur Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung beitragen“, ist sich Wittig sicher.

„Dennoch werden wir weiter eng mit den Notärzten und Rettungssanitätern, denen ein herzlicher Dank für die tolle Zusammenarbeit gilt, in Verbindung bleiben. Wir werden die Entwicklung weiter analysieren, denn der Sicherstellung eines sehr gut funktionierenden Rettungsdienstes ist aus meiner Sicht die wichtigste Aufgabe des Landkreises, denn hier geht es um letztendlich um Menschenleben“, macht Heiko Wittig deutlich, warum sich seine Fraktion um dieses Thema so intensiv kümmert.

Kommentar zu diesem Beitrag von Sebastian Stöber

Seit Sommer 2016 wird der Rettungsdienst in unserem Landkreis von der Großleitstelle in Leipzig aus disponiert. Und seither reißt die Kritik nicht ab. Es ist bis heute nicht gelungen, die Qualität zu erreichen, die vorher durch die kleinräumiger organisierte Rettungsleitstelle Delitzsch gewährleistet wurde. Die Disponenten im Leipziger Großraumbüro können dafür nichts. Sie und die Retter vor Ort müssen jetzt mit Problemen leben, die lange vorher bekannt waren. Denn schon in der Diskussion um eine Großleitstelle weit vor 2016 wurde – auch durch Verwaltung und Kreisräte Nordsachsens – vor einem zu großen Einzugsgebiet für die Rettungsleitstelle gewarnt. Schon damals hätten also schon Vorkehrungen und Anpassungen getroffen werden können. Jetzt ist es wieder der Landkreis der handelt. Wann handelt der Freistaat?

 
 

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