Die SPD im Landkreis Nordsachsen

Andrea Nahles – Die „alternativlose“ Parteivorsitzende?

Bundespolitik

Offener Brief von 30 Mitgliedern der SPD-Nordsachsen an den SPD-Bundesvorstand

Am 13. Februar 2018 nominierten die Bundesgremien der SPD Andrea Nahles einstimmig zur Kandidatin für den Vorsitz unserer Partei. Am 22. April soll der Sonderparteitag in Wiesbaden diese Wahl vollziehen. Mit Simone Lange gibt es zwar eine respektable zweite Kandidatin für dieses Amt. Kenner der Parteigepflogenheiten wissen jedoch, dass Kandidaturen für Parteiämter ohne Stärkung durch Nominierungen oftmals lediglich den Eindruck guter demokratischer Absichten suggerieren können. Aus diesem Grund mehren sich die kritischen Stimmen – in unseren Ortsvereinen, im Familien- und Freundeskreis unserer Mitglieder, im Arbeitskollegium und in den Vereinen, wo wir uns redlich mühen, als Sozialdemokraten „Gesicht vor Ort“ zu zeigen.

Ohne die Verdienste und das Engagement von Andrea Nahles für unsere Partei und als Ministerin für unser Land anzweifeln zu wollen, muss doch die Frage erlaubt sein, ob politische Kompetenz nicht auch mit stilvoller Rhetorik, würdevollem menschlichen Umgang, Respekt und gegenseitiger Achtung einher gehen sollte. Beispiele in der Geschichte dafür gibt es zahlreich.

Viele Menschen, auch die Unterzeichner dieses offenen Briefes, wünschen sich deshalb eine Person im höchsten Amt unserer Partei, die

- Sorgen und Ängste unserer Menschen ernst nimmt, ihnen

zuhört, ohne sie gleich in irgend eine Ecke zu stellen

- scharfzüngig und klar sozialdemokratische Positionen vertritt, ohne dabei den politischen Gegner in seiner Würde zu verletzen

- nach Wahlen das tut, was sie vor den Wahlen gesagt hat, tun zu wollen

- Europa –und Globalisierungskritik nicht mit Europa –und

Globalisierungsgegnerschaft gleichsetzt

- Integrationspolitik so gestaltet, dass sie an anderer Stelle nicht zu neuen Ausgrenzungen führt

- Menschen, die in besonderer Weise für das Funktionieren unseres freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates einstehen, wie z.B. Lehrer und Polizisten, Erzieher und Richter, Soldaten und Pflegekräfte, Mitarbeiter in Öffentlichen Einrichtungen und Verwaltungen auch in besonderer Weise würdigt

- Institutionen, in denen dieses Funktionieren gelebt und kultiviert wird, wie z.B. Schulen und Kitas, Jugendeinrichtungen und Theatern, Universitäten und Bundeswehr, nicht die “Schwarze Null“ als Kompass für die Zukunft an die Hand gibt, sondern eine ausgewogene Finanz- und Investitionspolitik

- Personalpolitik ohne den Eindruck von „Postengeschacher“ vorlebt

- ihre Vorbildfunktion erkennt, annimmt und lebt.

- Vertrauen in unsere Menschen wagt, um Vertrauen zu gewinnen, um Wahlen zu gewinnen, und Regierungsverantwortung zu gewinnen, damit sie nicht in Koalitionsgesprächen erhandelt werden muss

Sicher steht Andrea Nahles auch zu vielen dieser Punkte. Um Wählervertrauen zu gewinnen, sind allerdings Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit unverzichtbar. „Fresse“ und „Bätschi“ sind da genau so wenig hilfreich wie seinerzeit „Basta“ und „Pack“.

Unser Appell richtet sich deshalb an die Parteiführung und besonders an unsere sechs stellvertretenden Parteivorsitzenden:

Bitte erkennt den Ernst der Situation. Zeigt Mut. Zeigt Verantwortung.

Jeder von Euch Stellvertretern kann sich der Wahl stellen.

Eine oder einer von Euch sollte es dringend tun.

Schenkt unserem Parteitag eine echte personelle Alternative für den Parteivorsitz!

Es muss wieder Spaß machen, vor Ort Gesicht zu zeigen.

Ein sozialdemokratisches Gesicht, ein verlässliches Gesicht.

Wir wollen das gern tun.

Sorgt bitte dafür, dass es nach unserem Parteitag am 22. April ein solches Gesicht für unser ganzes Land gibt. Es gibt leider so viele andere.

Mit sozialdemokratischen Grüßen

Die Erstunterzeichner

Theodor Arnold

(Dipl.-Math., Stadt- und Kreisrat, Kreisvorstandsmitglied Nordsachsen)

 

Roman Becker

(Sachgebietsleiter LRA Nordsachsen, Vorsitzender OV Döllnitztal)

 

Karola Berger

(Kulturwissenschaftlerin, Vorstandsmitglied OV Torgau)

 

Dr. Lothar Eberhardt

(Dipl.-Ing., ehem. Vorsitzender OV Schkeuditz)

 

Ulrich Fiedler

(Stellv. Landrat Nordsachsen a.D.)

 

Herbert Franke

(Dipl. Bau -Ing., Vorstandsmitglied OV Torgau)

 

Tobias Fronmüller

(Student, Jusos Nordsachsen, OV Taucha)

 

Dr. Frank Henjes

(Arzt, Fraktionsvorsitzender Torgau)

 

Dieter Kohl

(Polizeibeamter a.D, Vorsitzender OV Schkeuditz)

 

Thomas Kreyßig

(Bäckermeister i.R., stellv. Bürgermeister Taucha)

 

Rosmarie Lange

(Geschäftsführerin AWO Nordsachsen i.R., Vorstandsmitglied OV Bad Düben)

 

Stefan Lange

(Berufsschullehrer, Fraktionsvorsitzender Stadtrat Bad Düben)

 

SteffenPenndorf

(Geschäftsführer KKH Delitzsch GmbH, Stadtrat Delitzsch)

 

Dr. Gerd Raschpichler

(MBSR-Lehrer, stellv. Landrat Delitzsch und Beigeordneter Dessau a.D.)

 

Ronny Rauscher

(Rettungsassistent, OV Taucha)

 

Rolf Rennert

(Rentner, seit 59 Jahren SPD-Mitglied, OV Taucha)

 

Tom Richter

(Student des Finanzwesens, OV Torgau)

 

Sabine Röver

(Sozialarbeiterin, ehem. Vorsitzende OV Torgau)

 

Rudi Ryll

(Dipl.-Ing., Bürgermeister Zwochau a.D., OV Wiedemar)

 

Ursula Schad

(Verkäuferin, Schatzmeisterin Kreisvorstand Nordsachsen)

 

Dr. Holger Schirmbeck (Dipl.-Agr.-Ing., Bürgermeister Taucha a.D.)

 

Prof. Dr. Siegfried Schönherr

(Prof. em. für Künstliche Intelligenz, Vorsitzender Stadtratsfraktion Delitzsch)

 

Peter Schüler (Angestellter, OV Taucha)

 

Andrea Staude

(Dipl. Bau -Ing., Oberbürgermeisterin Torgau a.D.)

 

Bernhard Voll

(Amtsleiter a.D., Kreisvorstandsmitglied)

 

Dr. Werner Wartenburger

(Arzt, Stadtrat Bad Düben, Kreisrat Nordsachsen)

 

Reiner Weihmann

(Schulamtsleiter a.D., stellv. Vorsitzender Stadtratsfraktion Eilenburg)

 

Volkmar Winkler

(Landtagsabgeordneter Sachsen, Vorsitzender Kreisverband Nordsachsen)

 

Heiko Wittig

(Dipl. Pädagoge, Vorsitzender Kreistagsfraktion Nordsachsen)

 

Reinhard Zänker

(Schlossermeister i.R., Stadtrat Delitzsch)

 
 

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